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Wie haben deine Eltern reagiert, als du Veganer wurdest?

Vorsichtig gesagt: verhalten. Bei meinen Eltern gehörte und gehört in der Regel auch jetzt noch Fleisch zum Essen, daher schien es für sie ein extremer Schritt zu sein sich vegan zu ernähren. Vegetarisch wäre noch „ok“ schließlich gibt es ja dann noch Käse und Milch aber als Veganer „kann man ja gar nichts mehr essen“. Inzwischen hat sich diese Einstellung ein wenig gebessert. Die Vorstellung davon was ich esse ist allerdings immer noch sehr abstrakt, obwohl ich ihnen auch schon einiges gezeigt habe.

Wenn du den Schritt gehst deine Ernährung und dein Leben derart umzustellen, solltest du in jedem Fall etwas nachsichtiger mit deinen Eltern sein, selbst wenn deren Reaktion nicht besonders postiv ausfällt. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Meinung vorherrscht, dass Fleisch, Käse und Milch zu einer ausgewogenen Ernährung gehören, daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich deine Eltern Sorgen um dich machen. Darüber zu reden kann helfen und mit der Zeit werden sie merken, dass es dir auch weiterhin gut geht. Informiere dich vorher so gut es geht über (vegane) Ernährung und allgemeine Bedenken in diesem Zusammenhang. Du wirst die Sorgen deiner Eltern besser dämpfen können, wenn du Antworten auf ihre Fragen hast. Dabei ist es gar nicht so wichtig, ob sie dir alles glauben oder nicht, sondern, dass sie merken, dass du deine Entscheidung nicht unbedacht getroffen hast und weißt worauf du dich einlässt. Häufige Fragen in dem Zusammenhang sind:

  • Woher bekommst du dein Eiweiß/ Kalzium/ Eisen? (Sojamilch, Tofu, grünes Blattgemüse, Linsen, Getreide, etc.)
  • Ist so eine einseitige Ernährung nicht gefährlich? (Erkläre ihnen, dass es keine einseitige Ernährung ist oder schlage ihnen vor ein veganes Restaurant zu besuchen)
  • Ist das nicht zu teuer? (Ersatzprodukte – ja, Gemüse, Getreide, Reis, Pasta etc. sind Grundnahrungsmittel – also nein. Soja-, Hafermilch, Tofu etc. gibt es heute auch schon sehr günstig)
  • Hast du nicht immer gern Käse/ Steak/ Wurst gegessen? (Ja aber versuche zu erklären, dass es keine Frage des Geschmacks ist)
  • Was sollen wir dir denn jetzt immer kochen? (Ich bringe etwas mit, meine Ma macht mir eine Extrawurst oder ich esse vor Familientreffen und komme etwas später. Das ist sehr individuell und du solltest die für dich und deine Familie beste Lösung finden)

Das sind alles Fragen die Sorgen ausdrücken aber du wirst möglicherweise nicht drumherum kommen auch Fragen und Argumente beantworten zu müssen, die sich gegen eine vegane Ernährung richten. Für diesen Fall empfehle ich dir YouTube-Kanäle wie „Vegan ist ungesund“ oder „Earthling Ed“ sowie Dokumentarfilme wie „What the Health“ oder „Cowspiracy“.

Was mir persönlich mehr Sorgen gemacht hat, ist was meine Freunde sagen würden. Aber eh die ersten mitbekommen haben, dass aus dem Döner unterwegs Falafel geworden sind, ist ein halbes Jahr vergangen und das reichte ihnen wohl um zu merken, dass es eigentlich keine Rolle spielt. Davon abgesehen, wären es wohl keine Freunde, wenn das ein Problem wäre.

Hattest du schon Konflikte mit der Veganerpolizei?

Oder anders: Hast du seit du Veganer bist mal aus Versehen Fleisch, Milch oder Käse gegessen?

Ja habe ich. Bei einigen Dingen konnte ich es nur vermuten, bei anderen bin ich mir sicher. Man wird nicht von heute auf morgen allwissend (ok, man wird nie allwissend) und diesen Druck sollte man sich auch nicht machen. Es gibt Dinge auf die ich am Anfang nicht geachtet habe aber deswegen weine ich mich nicht in den Schlaf, sondern versuche es besser zu machen. Wer weiß auch schon, dass Säfte nicht immer vegan sind, wenn man sich nie damit beschäftigt hat? Und natürlich gibt es Produkte die immer schwierig sind. Durch die Einkaufsapp der PETA Zwei gelingt der Griff zu veganen Chips, wenn man sich anfangs jedoch versucht alleine durch kryptische Zutatenlisten zu kämpfen kann man sich schon mal vertun.

Mein Ziel ist es jedoch nicht der nachhaltigste, veganste und am wenigsten Spuren hinterlassende Mensch der Welt zu sein oder besser als irgendjemand anderes, sondern Stück für Stück und so gut ich es kann eine bessere Version von mir selbst zu werden.

Ist Lamm und Ferkel schlimmer als Hammel und Schwein?

Die Frage ob ich Spanferkel als besonders schlimm empfinde wurde mir bereits mehr als einmal gestellt. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich es schlimmer finde. Das ist wie zu fragen, ob es schlimmer ist einen Erwachsenen oder ein Kleinkind zu töten. Ich finde beides so schlimm, dass mir nicht klar ist, ob es sinnvoll oder nötig ist eines von beidem als “weniger schlimm” zu werten. Allerdings versteh ich, dass das eine interessante Frage ist, die mich etwas an das Trolley-Problem erinnert. Jedoch ist man im Leben selten in der Situation, sich nur für 2 sehr schlimme Optionen entscheiden zu können und Ernährung ist keine davon.

Spanferkel sind bei ihrer Schlachtung übrigens etwa 6 Wochen alt während “erwachsene” (Mast-) Schweine etwa 6 Monate alt sind. Lämmer sind im allgemeinen nicht älter als 1 Jahr während man bei über einem Jahr nicht mehr von Lämmern spricht. Der Altersunterschied kann hier sehr gering sein. Das hat mir bei meiner theoretischen Entscheidung nicht geholfen, aber vielleicht kannst du damit etwas anfangen.

Die einzig logische Antwort nicht Veganer Menschen sollte hier wohl lauten, dass man keins von beidem als schlimm empfindet. Falls du dich noch nicht vegan ernährst und gerade abwägst, was von beidem du schlimmer findest, solltest du dich viel mehr fragen, warum du es überhaupt als schlimm empfindest.

Warum müssen Fleisch-Ersatz-Produkte aussehen wie Fleisch, wenn man kein Fleisch essen möchte?

Weil für die meisten Veganer*innen weder das Aussehen, noch der Geschmack von Fleisch der Grund für ihre Ernährungsumstellung war. Für mein Essen sollten keine Tiere mehr leiden und das ist auch dann noch gegeben, wenn ein veganes Produkt sich an einem tierischen Vorbild orientiert.

Steak, Schnitzel, Wurst und Co. waren Teil meiner Kindheit und lange Teil meines Lebens und es gibt Mahlzeiten, auf die ich nicht komplett verzichten möchte, nur weil ich deren tierische Bestandteile gestrichen habe. Daher mache ich mir auch heute noch Gulasch mit Trockensoja, Pommes mit Sellerie-Schnitzel oder Kartoffelbrei mit veganen Fischstäbchen.

Was man zudem nicht vergessen darf ist, dass man Bratwürste, Klöpse oder Schnitzel auch nicht so aus einem Tier schneidet, sondern, dass das alles Formen der Zubereitung sind. Daher scheint es nur logisch diese bewährten Formen der Zubereitung auch auf pflanzliche Produkte anzuwenden.

Stell dir vor du wärst auf einer einsamen Insel, würdest du dann …

Ja, würde ich. Mein erster Versuch wäre Früchte und andere essbare Pflanzen zu finden aber das klappt auf dieser hypothetischen Insel natürlich nicht.

Mein zweiter Versuche wäre wahrscheinlich Fische zu fangen, weil die beim Sterben keine Geräusche von sich geben aber auch das befriedigt den Fragen-Steller nicht. Auf dieser hypothetischen Insel gibt es nur glücklich im Meer badende Schweine (keine Ahnung wovon die sich ernähren) und ja, wenn alle Stricke reißen, würden die Kleinen mich wohl nach ein paar Tagen als Feind betrachten. Außer ich habe in den wenigen Tagen den Fehler gemacht und mich mit ihnen angefreundet. Immerhin sind Schweine klüger als Hunde und jemanden zum Spielen zu haben und ihnen Tricks beibringen zu können, wäre gut um so alleine nicht verrückt zu werden. In dem Fall gehe ich mit meinem neuen Rudel wohl lieber auf Insektenjagd – die muss es ja wohl auch auf dieser hypothetischen Insel geben.

Aber stell dir mal vor wir würden nicht auf einer einsamen Insel leben, sondern in einer Welt, in der ich nahezu alle Lebensmittel im Tausch gegen eine Art Zahlungsmittel erwerben kann. Einer Welt in der ich für die Frage “Wie möchte ich mich ernähren?” mehr Aspekte einbeziehen kann als den Wunsch zu überleben.

Und nein, ich habe kein Problem damit, dass Indigene Völker Fisch und Fleisch essen. Aber stell dir mal vor du wärst nicht Teil eines indigenen Volkes 😉

PS: Übrigens bin ich mir nicht sicher, ob es noch freie hypothetische einsame Inseln gibt, weil die inzwischen voll sein müssten mit hypothetisch dort gestrandeten Veganer:innen. Falls wir also nicht allein sind auf der Insel, können wir ja abstimmen was wir tun 🙂

Hast du nicht manchmal doch Lust auf Fleisch?

Zum Beispiel beim Vorbeigehen an einem Dönerladen oder Restaurant?

Ich habe manchmal sehr großen Hunger oder Appetit und der verbessert sich nicht beim Vorbeigehen an leckeren Gerüchen. Aber dann habe ich keine Lust auf Fleisch, sondern auf gut gewürzte, frittierte oder gebratene Speisen und die gibt es auch in vegan, daher sind meine Gedanken bei solchen Gerüchen inzwischen andere. Mangels veganer Alternativen, wenn ich unterwegs bin überkommt mich aber nicht der Wille eine Ausnahme zu machen.

Wenn es um Falafel oder klassischer Döner geht, Big Vegan oder Big Mac, Pommes oder Currywurst, nichts essen oder Pizza mit Käse, geht es immer auch um Leben oder Tod. Ja, das klingt pathetisch. Nein, es stört mich nicht, wenn du neben mir Fleisch isst. Aber „Lust auf Fleisch“ klingt als wäre meine Ernährung eine Laune, die sich gelegentlich ändern kann, daher ist es mir wichtig das etwas klarer auszudrücken 🙂

Deine Verknüpfung bestimmter Gerüche mit bestimmtem Essen ist in der Regel über viele Jahre entstanden, daher ist es auch  nicht schlimm “Lust auf Fleisch” zu bekommen. Darum ist es wichtig dich daran zu erinnern warum du angefangen hast dich vegan zu ernähren. Geruch und Geschmack lassen mich nicht vergessen was ich gehört und gesehen habe.

Warum setzt du dich für Tiere ein, obwohl es Menschen gibt die leiden?

„Veganismus ist ein Luxusproblem“, „Nicht jeder kann sich vegan ernähren“, „Menschen die hungern können sich deine Moral nicht leisten“ – typische Beispiele für „Whataboutism“, d.h. vermeintliche Gegenargumente, die darauf abzielen von einem Thema abzulenken, weil man sich inhaltlich nicht damit auseinandersetzen kann oder möchte. Whataboutism mit der Definition von Whataboutism zu kontern kann helfen, führt aber meiner Erfahrung nach, selten zurück zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung.
Daher versuche ich es mit einem anderen Einstieg:

„Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel allen Übels auf dieser Welt.“ – Dr. Paul Farmer

Das Leben von Frauen weniger, als das von Männern. Das Leben von Menschen mit Behinderung weniger, als das von Menschen ohne. Das Leben von Homosexuellen weniger als das von Heterosexuellen. Das Leben von nicht-deutschen Menschen weniger als das von Deutschen. Das von Tieren weniger als das von Menschen. …
Warum setze ich mich für Tiere ein, obwohl es Menschen gibt die leiden? – Warum nicht für Kinder, für von Obdachlosigkeit betroffene Menschen, für Gleichberechtigung, gegen Diskriminierung oder Rassismus?

Weil das eine das andere nicht ausschließt und, weil wir was mich betrifft alle den gleichen Kampf führen. Nämlich den gegen die Idee, dass manches Leben weniger Wert ist als anderes. Das mögen Menschen sicher anders sehen, aber ich glaube wir würden uns als Menschheit nicht immer wieder im Kreis drehen, wenn alle die diesen Kampf führen das verstehen würden. Dann müsste man Menschen die gegen Rassismus kämpfen nicht von Feminismus überzeugen. Menschen die gegen Diskriminierung kämpfen nicht von Veganismus.

Würde es mich also genauso viel Überwindung kosten eine Ameise zu verletzen wie einen Menschen? Natürlich nicht. Aber solange nicht die Notwendig besteht (z. B. Notwehr oder der Wille selbst zu überleben) würde ich beides nicht tun. Das ist keine Frage von: Würdest du A oder B? Die Frage für mich lautet immer: Ist es notwendig? Der Einsatz für Menschenrechte erfordert keineswegs den Konsum von tierischen Produkten.

Für dich sind Tiere weniger wert als Menschen? Weltweit leiden über 800 Millionen Menschen an Hunger. Gleichzeitig schaffen wir es 70 – 80 Milliarden Nutztiere zu ernähren. Liegt das daran, das dir Fleisch essen so wichtig ist? Wohl nicht. Aber daran, dass es dir so wichtig, deinen Nachbarn, den Menschen in deinem Haus, den meisten Menschen in deiner Stadt, in Deutschland und weltweit.

Zudem glaube ich, dass wir anfangen müssen unseren Konsum in einem größeren Kontext zu sehen. Eine vegane Ernährung senkt den Ausstoß von CO2 (inkl. Äquivalente) im Vergleich zu einer omnivoren Ernährung um bis zu 46% und den Wasserverbrauch um bis zu 55%. Warum leben also nicht alle Umweltschützer:innen vegan? Warum trifft man bei Fridays for Futur nicht nur auf Veganer:innen? Wie können wir von der Politik fordern, was wir nicht selbst bereit sind umzusetzen? Irgendjemand soll gefälligst irgendwas machen? Sei du irgendjemand.

Wusstest du, dass in Deutschland ca. jedes dritte Schwein von der Firma Tönnies geschlachtet wird? Tönnies ist zuletzt negativ aufgefallen, weil ein Corona-Ausbruch in einem Schlachthaus zum Lockdown eines ganzen Kreises geführt hat. Nebenbei rückten dadurch auch, zumindest für kurze Zeit, die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Schlachthäusern in den Fokus der Öffentlichkeit. Schweinefleisch zu essen, obwohl man sich für Menschenrechte einsetzt scheint mir daher ein Widerspruch zu sein. Clemens Tönnies ist übrigens auch schon durch rassistische Äußerungen negativ aufgefallen. Solange jedoch selbst auf Antifademos Bratwürste gegessen werden, schadet ihm das nicht.

Du bist wertvoll wenn du dich für die Umwelt einsetzt, auch wenn du dich nicht vegan ernährst. Du bist genauso wertvoll, wenn du dich nicht vegan ernährst und dich für Menschenrechte, gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus, Cissexismus oder jede andere Form von Dirskimminierung einsetzt aber du gibts Macht ab. Deine Stimme, dein Einsatz und deine Handlungen haben eine Bedeutung. Durch deinen Aktivismus verschaffst du dir Gehör bei anderen Menschen und der Politik aber der Markt und jene Menschen die aufgrund ihres Geldes in unserem System sehr viel Macht haben werden dich erst hören, wenn du dein Konsumverhalten änderst.

Für die kleinste Zahnseite: Zahnseide

Das mag dir jetzt vielleicht etwas fern vom eigentlichen Thema vorkommen aber ich muss es unbedingt loswerden: Die Bezeichnung „vegane Bratwurst“ ist ein Betrug am Verbraucher. Man kann einfach von keinem Menschen erwarten, das er oder sie weiß, dass es sich dabei nicht um Fleisch handelt! Ob „vegan“ als Adjektiv oder nicht, da steht „Bratwurst“ und da erwarte ich verdammt nochmal ohne nachzudenken Fleisch!

So, jetzt aber zum Thema. Bei gewachster Zahnseide, die zwar so heißt aber in der Regel aus Nylon besteht, reicht zum Glück ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Du musst nur darauf achten, ob dort „Cera microcristallina“ oder „Cera Alba“ steht. Möglicherweise steht dort noch „Aroma“, was genau das Bedeutet bekommt man leider, wenn überhaupt nur auf Nachfrage raus, daher Daumendrücken und rein damit in den Mund 🙂

So, jetzt aber wirklich zum Thema. „Cera Alba“ ist Bienenwachs und daher nicht vegan. Häufiger findest du jedoch Zahnseide mit „Cera microcristallina“, ein synthetisch hergestelltes, veganes Wachs. Die Bezeichnung „Aroma“ ist so eine Sache. Bei so vagen Bezeichnungen versuche ich einfach aus Prinzip die Finger davon zulassen, um Intransparenz nicht zu unterstützen. Das solltest du aber natürlich selbst entscheiden, jedoch schafft googeln bei Kosmetikprodukten leider nur selten Klarheit. Einige Hersteller, wie Dontodent von DM verwenden tierische Produktionshilfsstoffe in der Herstellung (Quelle: vegpool.de/magazin/zahnpflege-vegan.html), andere Marken äußern sich nicht klar zu Tierversuchen.

Noch etwas frustrierender wird das Thema, wenn man bedenkt, dass „Cera microcristallina“ aus Mineralöl gewonnen wird und im Verdacht steht krebserregend zu sein und, dass Nylon nicht gerade umweltfreundlich ist.

Aber ich möchte dich natürlich nicht frustrieren, daher mein Tipp: einfach nach veganer Zahnseide aus Maisfasern googeln 🙂

Quellen:

Worcestershire­sauce, gesprochen: Worschestersoße (sächsisch, dürft ihr gern übernehmen. Gern geschehen.)

Worcestershiresauce ist im Gegensatz zu vielen anderen Produkten mit so speziellem Namen kein geschützter Begriff und wird daher von vielen Herstellern mit unterschiedlicher Rezeptur angeboten.

Im Original-Rezept von 1837 sind SARDELLEN enthalten (Quelle: Wikipedia), weshalb Worcestershiresauce oft nicht vegan ist, was jedoch zum Glück nicht bedeutet, dass sie in vegan schwer zu finden ist. Da wahrscheinlich auch viele Omnis gern auf SARDELLEN verzichten, konnte ich beim Einkaufen bisher fast immer problemlos auch vegane Varianten finden. Googeln oder Apps helfen dir natürlich beim Finden, aber dank Allergenverordnung lassen sich SARDELLEN, wie in diesem Text, auf einen Blick in der Liste der Zutaten identifizieren.

Die zweieiigen Zwillinge des Frühstücks

Der Eine war während der Schulzeit immer beliebter, weil irgendwie süß, spontan und unkompliziert, während der Andere erst während des Studiums so richtig landen konnte. Die Rede ist natürlich von Cornflakes und Müsli.

Cornflakes und Müsli vegan zu gestalten ist gar nicht so schwer, bedarf aber einer kleinen Recherche, damit du beim Einkaufen nicht verrückt wirst und natürlich einer kleinen Umstellung deiner Gewohnheiten. Das Gute ist jedoch, dass du es in 2 Schritte umgliedern kannst.

Schritt 1: Finde deine Milchalternative

Ob Sojamilch, Hafer, Mandel, Lupin, Haselnuss, Cashew oder was sonst noch so auf den Markt kommt während ich diesen Satz schreibe – die Auswahl an Alternativen zu Kuhmilch ist ziemlich groß und einige werden dir zweifellos besser schmecken als andere. Das liegt nicht nur an den Zutaten, sondern auch am Hersteller, d.h., wenn du dir beispielsweise nicht sicher bist, ob dir die bereits getestete Mandelmilch schmeckt kann ich dir sehr ans Herz legen noch einen anderen Hersteller auszuprobieren.

Meiner Erfahrung nach stößt besonders Hafermilch auf breite Zustimmung, da sie keinen so dominanten Eigengeschmack hat. Aber gerade im Müsli findest du vielleicht auch an einer nussigen Note gefallen.

Schritt 2: Die Zwillinge

Die Regale zu Cornflakes und Müsli gehören in den meisten Supermärkten zu denen mit der größten Auswahl und dich durch etliche Zutatenlisten zu kämpfen um nach SÜẞMOLKENPULVER, MAGERMILCHPULVER und Co zu suchen ist dementsprechend aufwendig. Daher kann ich dir nur sehr empfehlen vor dem Einkaufen nach veganen Sorten zu googeln oder dir das Leben noch leichter zu machen und den Einkaufsguide der PETA ZWEI herunterzuladen. Den findest du zwar auch online (petazwei.de/einkaufsguide), die App hat jedoch Bilder zu den Produkten, was das Wiederfinden im Laden sehr erleichtert.

Ein letzter Tipp

Viele Müslis sind erst dadurch nicht vegan, weil sie Schokolade enthalten, worauf ich persönlich nicht verzichten möchte. In fast jedem Regal für Backwaren gibt es allerdings Zartbitter-„Schokotropfen“, die in der Regel vegan sind und sich super eigenen um jedes Müsli zu pimpen.

Eis, Eis, Baby

Level: Fortgeschritten

Ich habe das Gefühl, dass das Angebot an veganem Eis in Supermärkten im letzten Jahr regelrecht explodiert ist. Der Griff zu einer veganen Sorte ist daher zumindest beim Einkaufen sehr einfach – obwohl mir natürlich klar ist, dass es für viele Menschen eine große Überwindung sein kann das gewohnte Lieblingseis gegen das vegane Unbekannte zu tauschen. Aber ich kann dir versprechen, dass die Auswahl so groß ist, dass auch du das oder die richtigen für dich findest.

Eis ist ein Genussmittel und der Genuss kann doch eigentlich nur größer werden, wenn dafür kein Kalb von seiner Mutter getrennt und keine Kuh geschlachtet* werden muss.

*Kühe haben eine Lebenserwartung von etwa 25 Jahren. „Milchkühe“ werden nach 4 bis 5 Jahren geschlachtet, ihre männlichen Nachkommen sehr viel früher.

Die Marine isst nicht rein vegan aber ist Margarine eigentlich vegan?

… der Spruch war echt mies. Und du musstest ihn trotzdem lesen, obwohl ich ihn hätte ändern können als es mir auffiel. Sorry dafür …

Margarine, weithin bekannt als die pflanzliche Alternative zur Butter, ist leider nicht immer vegan. Jemandem der Butter bevorzugt, möchte ich diese hier nicht vom Brot stehlen (… siehe Verweis auf schlechten Spruch oben). Solltest du jedoch sowieso zur Margarine greifen, spricht wohl nichts dagegen eine tatsächlich rein pflanzliche Variante zu nehmen. Vorsichtig musst du nur sein, wenn du sie zum Backen oder Braten verwenden möchtest, da sich nicht jede Margarine dafür eignet. Eine die das jedoch leistet ist beispielsweise die Alsan Bio Margarine, die es inzwischen zum Glück auch in viele Supermärkte geschaft hat.

Um vegane Vertreter ihrer Art zu Entdecken reicht dank Allergenverordnung ein flüchtiger Blick in die Zutatenliste, da MICLH- UND MOLKEERZEUGNISSE besonders hervorgehoben werden müssen.

Das Kakaopulver muss in die Milch aber muss die Milch in Das Kakaopulver?

Einige Kakaopulver enthalten MAGERMILCHKONZENTRAT, MOLKENERZEUGNISSE oder Ähnliches. Dass das nicht nötig ist, zeigen nicht nur als vegan gekennzeichnete Kakaopulver sondern auch viele „normale“ Kakao Drinks. Ähnlich wie in diesem Text lassen sich Milchbestandteile aber sehr leicht in der Zutatenliste erkennen. So leicht, dass ein Griff zu Apps wie Codecheck oder dem Einkaufsguide eigentlich nicht lohnen. Sie können dir jedoch helfen bereits vor dem Einkauf nach veganen Produkten zu suchen, damit du beim Einkauf nur noch zugreifen musst.

Der ‚Veganismus-und-das-Eiweiß-Mythos‘

Level: Anfänger

Der Mythos, dass Veganer Probleme damit haben ihren natürlichen Bedarf an Eiweiß zu decken hält sich hartnäckig. Dabei kann man nahezu nichts essen, das kein Eiweiß enthält. Selbst Wassermelonen enthalten auf 100g etwa 0,6g Eiweiß, Kopfsalat etwa 1,3g und Orangen etwa 1g – das ist zwar sehr sehr wenig aber Veganer ernähren sich ja nicht nur von Blättern und Obst.

Lebensmittel mit viel Eiweiß (pro 100g)

LebensmittelEiweiß in Gramm
Linsen25
Kidneybohnen24
Trockensoja (z.B. Soja Schnetzel)49
Mandeln29
Cashews18
Vollkornbrot11
Kürbiskerne24
Kichererbsen19
Haferflocken13,5
Tempeh18

Wenn es etwas mehr sein darf

Wie auch bei Nicht-Veganern gibt es natürlich sportliche Gründe für einen erhöhten Eiweißbedarf. Super Tipps und Rezepte um diesen über die Ernährung zu decken gibt es bei Bevegt.de.

Wenn es trotzdem noch ein bisschen mehr sein darf kann dir veganes Proteinpulver helfen.

Immer diese „Schmeckt wie …“-Produkte

Das Übel vieler veganer Produkte ist, dass sie immer mit einem „Original“ verglichen werden. Dabei schmecken nur wenige dieser Produkte exakt wie das Original aus tierischen Produkten. Das heißt jedoch nicht, dass sie schlechter schmecken, sondern eben nur anders. Schmeckt ein Steak auf Sojabasis wie ein Steak aus Fleisch? Wohl nicht. Schmeckt es trotzdem? Auf jeden Fall.

„Da ist doch nur Chemie drin“

Wie bei allen verarbeiteten Produkten gibt es auch hier Produkte, die Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Aromen oder Konservierungmittel enthalten. Außerdem würde ich dir raten, auf einen möglichst geringen Salzgehalt zu achten. „Nur Chemie“ ist da jedoch nicht drin. Die meisten veganen Produkte basieren auf Soja, Weizen oder Lupin.

Jeden Tag Ersatzprodukte zu essen würde ich dir natürlich nicht empfehlen, da das teuer ist und man sich durchaus gesünder ernähren kann. Aber hin und wieder spricht nichts dagegen.

Produkt-Empfehlungen

Wenn dir die Illusion von Fleisch wichtig ist, kann ich dir vegane Bratwürste empfehlen, die kommen nämlich häufig sehr nah an ihr „Vorbild“ heran. Außerdem bereits getestet und für überragend befunden sind die veganen Fischstäbchen von Vantastic foods und natürlich der gerade zurecht gehypte Byond Burger, den du inzwischen auch bei Netto oder Lidl findest.

Vegan geht auch ungesund

Level: Profi

Sich vegan und ungesund zu ernähren geht einfacher als du denkst. Pommes, Chips, Burger und Co. stehen auch auf meinem Speiseplan. Viele Pizzerias leifern inzwischen sogar vegane Pizzen. Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte sind Chips. Die gibt es nämlich in allen Varianten, Preisen und Formen auch vegan.

Wenn es eine vegane Variante sein soll, schau in der Zutanliste nach MILCH- oder MOLKENERZEUGNISSE. Auch wenn nur “Aroma” oder “Gewürze” draufsteht solltest du skeptisch sein, außer du findest ein offizielles Statement vom Hersteller zu diesen Inhaltsstoffen. Wenn dir das zu anstrengend ist, was ich bei Chips sehr nachvollziehen kann, kannst du auch Chips kaufen die als vegan gekennzeichnet sind. Bei einigen Pringlessorten ist das beispielsweise so. Für alle anderen helfen dir Apps wie Codecheck oder der PETA Einkaifsguide.

Klingt unsexy ist aber liebenswert: Textured Vegetable Protein (TVP) aka Trockensoja

Level: Ambitioniert

Unter Menschen die sich fleischlos ernähren ist Trockensoja alles andere als ein Geheimtipp. Unter meinen (nicht veganen) Freunden hingegen war es bisher sehr unbekannt, und das obwohl es Trockensoja in Form von Sojagranulat oder Sojaschnetzel inwzischen auch in vielen Supermärkten gibt.

Wie ich auch in einem anderen Tipp erwähne, liegt es mir fern zu behaupten irgendetwas schmeckt wie irgendetwas anderes aber gerade fleischliebenden Menschen, die zu einer Mahlzeit mal auf Fleisch verzichten wollen, kann ich Trockensoja sehr empfehlen. Es ist im Biss zwar weicher als Fleisch, in seiner Konsistenz aber ansonsten sehr ähnlich.

Eines meiner Lieblingsrezepte dazu findet ihr hier:
– Soja-Filets a la Chimichurri

Zum Grillen im Sommer kann ich dir hingegen sehr die Grillsteaks der Feinkost Meißner empfehlen und zwar ganz unabhängig von deiner Ernährungsweise.

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