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Milchkühe in Deutschland – was spricht eigentlich gegen Kuhmilch?

Der finale Auslöser dafür, dass ich Veganer wurde, war ein Artikel, den ich nie gelesen habe. Die Überschrift lautete etwa „Milch trinken tötet Kälber“ und stammte von PETA. Mir war der Titel damals zu reißerisch, weshalb ich darauf verzichtete, ihn zu lesen. Dennoch ließ mich die Überschrift einige Tage lang nicht los. Denn worauf ich ebenfalls verzichtet hatte, war, mich darüber zu informieren, ob da etwas dran ist.

Wie viele Menschen in Deutschland hatte ich mir bis dahin über eine Frage keine Gedanken gemacht:

Ist es normal, dass Kühe Milch geben?

Mir war (wahrscheinlich) durchaus bewusst, dass Kühe Säugetiere sind und es für diese eine Voraussetzung gibt, um Milch zu produzieren. Doch aus Kinderserien, der Werbung, Büchern und dem Fernsehen kannte ich Kühe nur in zwei Situationen:

  1. Sie stehen auf einer Weide und kauen Gras.
  2. Sie werden gemolken.

Und diese beiden Situationen sind leider prägend für unser Bild von Kühen:

  1. Sie haben ein entspanntes, glückliches Leben, in dem sie den ganzen Tag lang tun, was sie am liebsten machen – nämlich offensichtlich Gras kauen.
  2. Es ist normal, dass sie gemolken werden. Für uns. Für sie.

Doch dann informierte ich mich. Nicht über den PETA-Artikel, dessen Überschrift mir zu reißerisch klang, um wahr zu sein, sondern über verschiedene andere Quellen. Und leider wurden meine kindlichen Kuh-Erinnerungen durch zwei andere ersetzt:

  1. Kühe werden künstlich befruchtet, um Milch zu geben, wofür ein Mensch seinen Arm sehr tief in die Kuh einführen muss.
  2. Ihr Leben ist weder entspannt noch lang noch glücklich.

Um die Problematik von Punkt eins zu verstehen, muss man gedanklich die Kuh eigentlich nur durch ein anderes Tier ersetzen. Leider erkennt man das oft erst, wenn man aus der Gedankenwelt gerissen wird, in der es normal ist, dass Kühe Milch geben.

Punkt zwei muss ich ein wenig gliedern, damit man in diesem Kuh-Albtraum der Realität den Überblick nicht verliert:

Wie viele Milchkühe gibt es in Deutschland?

Laut dem BMLEH (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) werden in Deutschland 10,5 Millionen Rinder gehalten, 3,6 Millionen davon sind sogenannte Milchkühe (Stand: November 2024). Je nach Quelle finden sich auch andere Zahlen; Tierschutzorganisationen schätzen fast eine Million Milchkühe mehr.

Wie werden Milchkühe gehalten?

Die häufigste Haltungsform von Milchkühen in Deutschland ist mit 87% die Laufstallhaltung. Dabei werden die Kühe in einem überdachten Stall mit getrennten Bereichen zum Liegen, Fressen und Laufen gehalten. Jeder Kuh stehen etwa 3–5 Quadratmeter zur Verfügung.

Etwa 10% der Milchkühe werden in Anbindehaltung gehalten, ein Großteil davon ganzjährig.

31% aller Milchkühe dürfen auf die Weide, allerdings nur an etwa sechs Monaten im Jahr.

Was ich hier beschrieben habe, sind nüchterne Fakten. Für sich genommen wirken sie bereits wenig rosig, und dennoch werden sie dem tatsächlichen Leben von Milchkühen kaum gerecht.

Der Weidegang, sofern er existiert, ist stark begrenzt. Häufig beschränkt er sich auf jene Zeiträume, in denen die Kühe nicht gemolken werden. Bei einer Milchkuh, deren Zweck vollständig auf kontinuierliche Milchproduktion ausgerichtet ist, dauert diese Phase nie länger als wirtschaftlich notwendig.

Vor ihrer Schlachtung nach etwa fünf Jahren bringt eine Milchkuh in der Regel vier bis fünf Kälber zur Welt. Mutter wird sie erstmals mit rund zwei Jahren. Lediglich etwa zwei Monate vor der Geburt des nächsten Kalbes befindet sie sich in einer Phase, in der sie keine Milch gibt.

Die Zustände in den Ställen sind dabei oft katastrophal – und daran ändert auch ein Bio-Siegel nichts. Ein Satz von ARIWA bringt dieses Spannungsfeld treffend auf den Punkt:

„Wohlklingende Absichten können eben unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht lange über dem ökonomisch Machbaren liegen, das die überprüf- und durchsetzbaren Mindeststandards definiert.“

Oder anders ausgedrückt: Überall dort, wo mit Tieren Geld verdient wird, kann Tierwohl niemals Priorität haben.

Was passiert mit männlichen Kälbern in der Milchindustrie?

Männliche Kälber werden häufig bereits wenige Stunden nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt. Nach wenigen Wochen werden sie an Mastbetriebe abgegeben. Da sie als Nachkommen von Milchkühen jedoch nur wenig Fleisch ansetzen und zudem ein strukturelles Überangebot an Kälbern besteht, gelten sie für Milchbetriebe als wirtschaftliches Minusgeschäft.

Die Mastbetriebe befinden sich oft im Ausland. Entsprechend müssen die nur wenige Wochen alten Kälber lange Transportwege auf sich nehmen – Transporte, die nicht alle lebend überstehen. Einige Kälber sterben jedoch bereits im Milchbetrieb selbst. Tierschutzorganisationen vermuten, dass dies zumindest fahrlässig herbeigeführt wird. Angesichts des enormen wirtschaftlichen Drucks, unter dem Milchbetriebe stehen, erscheint diese Vermutung nicht abwegig.

Quellen zum Leben von Milchkühen in Deutschland

Bei meinen Recherchen zu Milchkühen habe ich versucht, mich – wann immer möglich – auf offizielle Zahlen zu stützen, also auf Angaben der Industrie selbst. Ich gehe jedoch davon aus, dass einige dieser Zahlen beschönigt sind. Das heisst nicht unbedingt, dass diese Zahlen falsch sind, sondern dass sie anders interpretiert werden als von Tierschutzorganisationen.

Betrachtet man beispielsweise die Zahlen zu getöteten Tieren in der Milchindustrie, liegen die offiziellen Angaben bei rund 550.000, während Tierschutzorganisationen von etwa einer Million sprechen. Dass diese Zahlen so weit auseinanderliegen, kann bereits daran liegen, welche Todesfälle der Milchindustrie zugerechnet werden: Nur jene von Milchkühen im Betrieb selbst – oder auch jene ihrer männlichen Kälber, die erst viele Kilometer entfernt vom Milchbetrieb geschlachtet werden?

Hinzu kommt, dass nicht jeder Tod statistisch erfasst wird. Eine Kennzeichnungspflicht für Kälber besteht erst ab dem siebten Lebenstag; ein Todesfall wird entsprechend erst danach registriert.

So oder so sind die Zahlen enorm – und welche davon näher an der Realität liegt, ist letztlich zweitrangig. Ich kann dich nicht davon überzeugen, vegan zu leben, indem ich dir vorrechne, wie viele Tiere getötet werden. Das gelingt nur, wenn ich dich davon überzeugenkann, dass bereits ein einziges getötetes Tier eines zu viel ist.

Quellen:

  • https://www.bmleh.de/DE/themen/tiere/nutztiere/rinder/rinder_node.html
  • https://www.landwirtschaft.de/tier-und-pflanze/tier/rinder/haltungsformen-fuer-milchkuehe
  • https://www.baywa.de/de/i/beratung/tierhaltung/rinderhaltung/haltungsformen/alle-haltungsformen/
  • https://www.landwirtschaft.de/tier-und-pflanze/tier/rinder/haltungsformen-fuer-milchkuehe
  • https://www.biowahrheit.de/bio-verbaende/

Die zweieiigen Zwillinge des Frühstücks: Sind Cornflakes und Müsli vegan?

Der Eine war während der Schulzeit immer beliebter, weil irgendwie süß, spontan und unkompliziert, während der Andere erst während des Studiums so richtig landen konnte. Die Rede ist natürlich von Cornflakes und Müsli.

Cornflakes und Müsli vegan zu gestalten ist gar nicht so schwer, bedarf aber einer kleinen Recherche, damit du beim Einkaufen nicht verrückt wirst und natürlich einer kleinen Umstellung deiner Gewohnheiten. Das Gute ist jedoch, dass du es in 2 Schritte umgliedern kannst.

Schritt 1: Finde deine Milchalternative

Ob Sojamilch, Hafer, Mandel, Lupin, Haselnuss, Cashew oder was sonst noch so auf den Markt kommt während ich diesen Satz schreibe – die Auswahl an Alternativen zu Kuhmilch ist ziemlich groß und einige werden dir zweifellos besser schmecken als andere. Das liegt nicht nur an den Zutaten, sondern auch am Hersteller, d.h., wenn du dir beispielsweise nicht sicher bist, ob dir die bereits getestete Mandelmilch schmeckt kann ich dir sehr ans Herz legen noch einen anderen Hersteller auszuprobieren.

Meiner Erfahrung nach stößt besonders Hafermilch auf breite Zustimmung, da sie keinen so dominanten Eigengeschmack hat. Aber gerade im Müsli findest du vielleicht auch an einer nussigen Note gefallen.

Schritt 2: Die Zwillinge

Die Regale zu Cornflakes und Müsli gehören in den meisten Supermärkten zu denen mit der größten Auswahl und dich durch etliche Zutatenlisten zu kämpfen um nach SÜẞMOLKENPULVER, MAGERMILCHPULVER und Co zu suchen ist dementsprechend aufwendig. Daher kann ich dir nur sehr empfehlen vor dem Einkaufen nach veganen Sorten zu googeln oder dir das Leben noch leichter zu machen und den Einkaufsguide der PETA ZWEI herunterzuladen. Den findest du zwar auch online (petazwei.de/einkaufsguide), die App hat jedoch Bilder zu den Produkten, was das Wiederfinden im Laden sehr erleichtert.

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Ein letzter Tipp

Viele Müslis sind erst dadurch nicht vegan, weil sie Schokolade enthalten, worauf ich persönlich nicht verzichten möchte. In fast jedem Regal für Backwaren gibt es allerdings Zartbitter-„Schokotropfen“, die in der Regel vegan sind und sich super eigenen um jedes Müsli zu pimpen.

Veganes Eis – Warum eigentlich?

Warum eigentlich nicht? Das Angebot an veganem Eis in Supermärkten ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert ist. Der Griff zu einer veganen Eissorte ist daher zumindest beim Einkaufen sehr einfach – obwohl uns natürlich klar ist, dass es für viele Menschen eine große Überwindung sein kann das gewohnte Lieblingseis gegen das vegane unbekannte Eis zu tauschen. Aber ich kann dir versprechen, dass die Auswahl so groß ist, dass auch du das oder die richtigen für dich findest.

Warum veganes Eis statt „normalem Eis“ oder: Was spricht gegen Kuhmilch?

Kühe haben eine natürliche Lebenserwartung von etwa 25 Jahren. „Milchkühe“ jedoch werden bereits nach 4 bis 5 Jahren geschlachtet, sobald ihre Milchleistung nachlässt. Während dieser Zeit bringen Milchkühe etwa einmal im Jahr ein Kalb zur Welt. Männliche Kälber von Kühen, die auf Milchproduktion gezüchtet wurden, setzen jedoch nur wenig Fleisch an. Daher werden sie oft schnell verkauft und nach langen Transportwegen ins Ausland geschlachtet.

Aus diesem Grund ist auch (Kuh-) Milch und daraus hergestelltes Eis nicht nur mit Tierleid, sondern auch Tod verbunden. Eis ist ein Genussmittel und der Genuss kann doch eigentlich nur größer werden, wenn dafür kein Kalb von seiner Mutter getrennt und keine Kuh geschlachtet werden muss.

Eissorten zu testen ist zum Glück nicht die schlimmste Beschäftigung, die man sich vorstellen kann. Dabei kannst du auch gleich vegane Schlagsahne ausprobieren.

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Ist Margarine vegan?

Margarine, allgemein als pflanzliche Alternative zu Butter bekannt, ist leider nicht immer vegan. Ich möchte niemandem die Butter vom Brot stehlen (🥁), solltest du jedoch ohnehin Margarine verwenden, spricht nichts dagegen, eine rein pflanzliche Variante zu wählen. Achte jedoch darauf, dass sich nicht jede Margarine zum Backen oder Braten eignet. Eine die das jedoch leistet ist beispielsweise die Alsan Bio Margarine, die es inzwischen zum Glück auch in viele Supermärkte geschafft hat.

Um vegane Vertreter ihrer Art zu Entdecken reicht dank Allergenverordnung ein flüchtiger Blick in die Zutatenliste, da MICLH- UND MOLKEERZEUGNISSE besonders hervorgehoben werden müssen.

Ist Kakaopulver vegan?

Das Kakaopulver muss in die Milch aber muss die Milch in das Kakaopulver?

Einige Kakaopulver enthalten MAGERMILCHKONZENTRAT, MOLKENERZEUGNISSE oder Ähnliches. Dass das nicht nötig ist, zeigen nicht nur als vegan gekennzeichnete Kakaopulver sondern auch viele „normale“ Kakao Drinks. Ähnlich wie in diesem Text lassen sich Milchbestandteile aber sehr leicht in der Zutatenliste erkennen. So leicht, dass ein Griff zu Apps wie Codecheck oder dem Einkaufsguide eigentlich nicht lohnen. Sie können dir jedoch helfen bereits vor dem Einkauf nach veganen Produkten zu suchen, damit du beim Einkauf nur noch zugreifen musst.

Oft findest du veganes Kakaopulver auch in der Backwarenabteilung. Hier stehen die kräftigeren Kakaos, die zwar zum Backen gedacht sind aber sich auch für warmen Kakao mit Hafermilch eignen.

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Wie geschaffen für Milchreis

Der Geschmack von Sojamilch erinnert mich immer etwas an Vanille, was mich in der Regel etwas stört, weil ich es am Kaffee nicht leiden kann. Für Milchshakes und besonders für Milchreis ist das aber genau richtig. Zumindest dann, wenn du ihn sowieso mit Vanillezucker oder echter Vanille verfeinerst. (Klar tust du das. Es wäre verrückt das nicht zu tun 😉 )

Die Joghurt-Verschwörung

Es gibt keine Verschwörung. Aber jetzt wo du hier bist kannst du auch weiterlesen.

In dunklen Gassen zu später Stunde habe ich zwielichtige Gestalten bereits munkeln hören, sie würden Joghurt pur essen. Pur! Also ohne Heidelbeeren, Apfelkompott, Himbeeren, Banane, Erdbeeren oder zumindest diesem komischen Erdbeeraroma, sondern pur! In dem Fall habe ich tatsächlich keine Ahnung, ob Soja-Joghurt, konventionellen Joghurt ersetzen kann, da es mir hier an Selbstversuchen mangelt.

Wenn du jedoch nicht völlig verrückt bist und nicht zu jenen Menschen gehörst, die die kalte Seite ihres Kopfkissens nicht mögen, Burger mir Messer und Gabel essen oder eben Joghurt pur, ist Soja-Johurt einen Versuch wert. Wie bei allen veganen Ersatzprodukten solltest du beachten: Die perfekte Nachahmung mag schön sein, Ziel ist aber, dass es schmeckt und dafür braucht es keine perfekte Kopie.

Die beste Käsesoße der Welt.

Und ich meine nicht „Die beste vegane Käsesoße der Welt“, sondern einfach die beste Käsesoße. Das kannst du natürlich abstreiten aber dafür müsstest du sie probieren und das würde ich bereits als Sieg für mich verbuchen – muha muhaha (böses Lachen)

Wann immer ich das erste Mal für jemanden Koche mache ich diese Käsesoße, weil die meisten Menschen nicht glauben, dass eine vegane Käsesoße schmecken kann und ich mich auf die Reaktion freue, wenn ihnen klar wird, wie gut sie sogar schmecken kann. Insgeheim hoffe ich natürlich auch, dass sie sich fragen: „Wenn so etwas wie eine Käsesoße vegan funktioniert, funktioniert dann nicht vielleicht mein ganzen Leben vegan?“ – aber damit überschätze ich meine Kochkünste wohl maßlos.

Dennoch muss ich sagen, dass diese Käsesoße eines der ersten Rezepte war, die ich ausprobiert habe als ich beschloss mich vegan zu ernähren und sie mir sehr dabei geholfen hat zu erkennen, dass eine vegane Ernährung nicht Verzicht bedeutet, sondern die Chance bietet guten Gewissens neue Dinge auszuprobieren. Denn die Tatsache, dass wir bestimmte Gerichte immer schon auf eine bestimmte Weise gemacht haben, heißt nicht, dass es die beste oder einzige Weise ist diese Gerichte zuzubereiten.

Mein Grundrezept dafür stammt von der PETA Zwei. Ihr findet Rezepte für vegane Käsesoßen in diversen Variationen jedoch auch zuhauf im Internet.

Rezepte

– https://www.petazwei.de/die-ultimative-vegane-kaesesosse
– https://elavegan.com/de/vegane-kaesesauce-einfaches-rezept/
– https://www.eat-this.org/cashew-kase-dip/

Mhmm … vegane Schokolade.

Zartbitterschokoladen sind häufig vegan – ein kleiner Blick auf die Zutatenliste zeigt dir also ob deine lieblings Zartbitterschokolade bereits vegan ist. Dank Allergenverordnung lassen sich MILCH- UND MOLKENERZEUGNISSE leicht identifizieren. Für alle die nicht auf zartbitter stehen gibt es inzwischen aber viele gute vegane Schokoladen die beweisen, dass Schokolade keine Milch braucht.

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